Website Relaunch

Das ursprüngliche Ziel von HessenForst war es, die Inhalte der alten Homepage zu großen Teilen zu übernehmen, neue Anfrageformulare einzubinden und ein responsives Design zu entwerfen. Während unseres Workshops haben wir jedoch festgestellt, dass die neue Website mehr Optimierungspotential hat.

Das Problem

Die Analyse der Website ergab, dass zwei Hauptfaktoren die Nutzererfahrung negativ beeinflussen: die unübersichtliche Navigation und der Überschuss an Informationen.
Es ist keine Neuigkeit, dass Internetnutzer immer weniger lesen. Eines der Hauptprobleme war, dass die alte Website aus einer Flut von Informationen und langen Fließtexten bestand. Auf einigen Seiten haben sich Inhalte gedoppelt oder die Texte waren zu lang ausgeführt, d.h. die Wortanzahl überschritt die durchschnittliche Textlänge, die Nutzer lesen, deutlich. Darüber hinaus gab es keine klare Texthierarchie, was das Scannen der einzelnen Inhalte für den Nutzer erschwerte und die Wahrscheinlichkeit verringerte, dass die Texte gelesen werden. Die Navigation war problematisch, da die Struktur veraltet war und aus mehreren untergeordneten Navigationsebenen bestand, was das schnelle Auffinden von Inhalten unmöglich machte.


Zudem gab es Probleme bei der Erstellung der Inhalte auf Seiten von HessenForst. HessenForst hat 41 verschiedene Abteilungen, die an der Erstellung von Inhalten beteiligt sind. Zwischen den verantwortlichen Mitarbeitern gibt es große Unterschiede im Expertise-Level, bei der Arbeit mit Content-Management-Systemen. Dadurch waren Aufbau und Darstellung der verschiedenen Inhalte auf der Website inkonsistent, was die Professionalität und Vertrauenswürdigkeit der Marke untergrub.


Der Lösungsansatz

Um den Informationsüberfluss zu reduzieren, mussten wir im ersten Schritt Kriterien definieren, nach denen wir die Relevanz der Inhalte bestimmen konnten. Aus den Ergebnissen der Forschungsphase haben sich verschiedene Zielgruppen mit unterschiedlichen Bedürfnissen herauskristallisiert, weswegen wir anschließend Nutzerinterviews und einen Workshop mit HessenForst Mitarbeitern durchgeführt haben. Basierend  auf den Ergebnissen haben wir Inhalte verkürzt und zusammengeführt. Die Navigation haben wir vereinfacht, indem zusammengehörige Themen unter einer präzisen Überschrift zusammengefasst wurden. Die Navigation haben wir anhand eines Papierprototypen und Nutzertests so lange überprüft, bis alle Inhalte intuitiv auffindbar waren. Dadurch konnten wir alle unsere Entscheidungen forschungsbasiert belegen, was die Kommunikation und Entscheidungsfindung für uns und HessenForst erleichterte. Da die Website trotz der Kürzungen eine große Menge an verschiedenen Informationen beinhaltet, haben wir außerdem eine prominente Suchfunktion konzipiert, die Besuchern ermöglicht Inhalte schnell und unkompliziert zu finden.

Neben Mängeln bei der Nutzererfahrung, haben wir zudem recherchiert, welche neuen Funktionen das Nutzererlebnis der Seitenbesucher verbessern könnten. Hierbei haben wir nach Funktionen gesucht, welche momentan viel Aufwand von Seiten des Nutzers erfordern und durch eine Digitalisierung vereinfacht werden könnten. Wir haben verschiedene Anmeldeformulare entworfen und den Online-Shop überarbeitet. Auch hier haben wir neue Funktionen konstant getestet und iteriert, wobei ein Großteil der Funktionen den Umfang des ersten Projektes überstiegen und für die zukünftige Weiterentwicklung geplant sind.

Ideenfindung im Workshop

Das Ergebnis

Mit dem Redesign der Website konnten wir den bestehenden Informationsüberfluss von ursprünglich 250 Seiten auf 52 reduzieren. Die Verwendung von Templates trägt dazu bei den Zeitaufwand der Seiten-Pflege zu minimieren. Durch das progressive und markengerechte Webdesign, sowie die Einführung eines responsiven Designs, kann das Angebot nun auch für mobile Nutzer optimal dargestellt werden. In einer Branche, die digital weniger stark vertreten ist, kann sich HessenForst so als Vorreiter platzieren. Die Erneuerung der Navigation, des visuellen Designs und einzelner Funktionalitäten stellt nur den ersten Schritt auf dem Weg zu einer guten Nutzererfahrungen dar, in weiteren Projekten werden wir weitere Funktionalitäten im Hinblick auf die UX optimieren und erweitern.  

Richtungen definieren

Basierend auf unseren Forschungsergebnissen haben wir eine Liste mit Hypothesen erstellt, wie wir die zuvor erkannten Probleme lösen können. Außerdem haben wir die Designrichtung festgelegt und definiert, was wir mit dem neuen Design erreichen wollen.

01/ Benutzer*innen registrieren Groupify sofort und erkennen die Vorteile auf den ersten Blick. 🛍

02/ Benutzer*innen verstehen, wie sie den Rabatt erhalten können. 💰

03/ Benutzer*innen werden motiviert den Link mit anderen Mitgliedern zu teilen. 📥

04/ Benutzer*innen können einfach verschiedene Gruppen erstellen. 💬💬

05/ Die Funktionen werden intuitiver nutzbar und visuell ansprechender. 🔍

06/ Benutzer*innen werden motiviert, den Rabatt zu erhalten. 🏷

Skizzieren und Entwickeln

Wir haben schnell einige Ideen auf der Grundlage unserer Hypothese entworfen, um einen Prototyp zu erstellen und ihn umgehend zu testen. So konnten wir sicherstellen, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

Prototyping der Idee

Während des Designprozesses haben wir eine Reihe von messbaren Kriterien erstellt, um unseren Prototypen objektiver bewerten zu können und auf der Grundlage der Ergebnisse verbessern. Dabei haben wir die folgenden Elemente überprüft:

01/ Erkennen Shop-Besucher*innen den Nutzen ohne jegliche Interaktion?

02/ Verstehen die Benutzer*innen die Funktionen sofort?

03/ Welches Spielmuster führt zu der höchsten Motivation, die Nutzung fortzusetzen?

04/ Verstehen Benutzer*innen, wie sie den Rabatt nach der Teilnahme an Groupify nutzen können?

05/ Können Benutzer*innen intuitiv verschiedene Gruppen einrichten?                                            

06/ Wie viele Schritte sollte das On-Boarding haben, damit die Benutzer*innen schnell und ohne weitere Fragen loslegen können?


CTA - Ausgangspunkt
Kurze Erläuterung des Zwecks

Das Spiel beginnt

Testen der Idee

Wir haben unsere Ideen sowohl in Bezug auf Funktionalität als auch auf Benutzerfreundlichkeit mit 15 Personen getestet und überprüft, ob wir die Probleme für bestimmte Situationen lösen können.

Erfolge

Verständnis: Den Nutzen des Produkts auf den ersten Blick kommunizieren.

Die Benutzer*innen konnten erkennen, was sie tun müssen und welchen Vorteil sie aus der Nutzung von Groupify ziehen.

Teilen des Links: Vereinfachen des Prozesses, um den Link mit anderen Personen zu teilen. Die Benutzer*innen konnten den Link, ohne zu zögern, mit den Leuten teilen.

Motivation schaffen: Benutzer*innen dazu anregen Groupify nach Einlösung des ersten Rabattes weiter zu verwenden.  

Die Benutzer*innen stimmten zu, dass sie davon profitieren würden sich das Feedback ihrer Freunde einzuholen.

Verschiedene Gruppen bilden und Freunde einladen: Optimierung des Verwaltungsbereiches für verschiedene Gruppen und persönlicher Daten.

Nutzer haben Feedback gegeben, wie das aktuelle Gruppensystem verbessert werden kann.  

Nach der Auswertung der Nutzertest haben wir im nächsten Schritt auf Basis der Ergebnisse unsere Designs iteriert und den Fokus der Designrichtung verfeinert.

Rabatt erreicht (links) / Beratungsteilung (rechts)

Den Benutzer zu den ersten Schritten motivieren

Das wichtigste Ziel dieses Projekts war es, die Anzahl der Benutzer*innen zu erhöhen, die ihre Freunde über den Link hinzufügen, um den Rabatt zu erhalten. Denn die Ausgangslage war, dass nur ein geringer Anteil, derer die Groupify öffneten, den zweiten Schritt gegangen sind und den Link mit ihren Freunden geteilt haben. Dies war der schwierigste Teil des Projektes, denn wir mussten die Leute davon überzeugen, ein neues Produktkonzept auszuprobieren.

Um die Barrieren zwischen Benutzer*innen und unserer Lösung zu beseitigen, haben wir die neue Version entwickelt und einen klaren und einfachen On-Boarding-Prozess geschaffen, der den Rabatt bei der Nutzung von Groupify unterstreicht.

Darüber hinaus haben wir Spielelemente integriert, die den Fortschritt der Leistung visualisieren. Zum einen um die Benutzer zur Zielerreichung zu motivieren, aber auch um das gesamte Konzept von Groupify besser verständlich zu machen.

Klarer und einfacher Einstiegsprozess, der den Nutzen hervorhebt.

Mit sozialem Shopping Nutzer halten

Um einen zusätzlichen Mehrwert für den Benutzer*innen zu generieren (neben dem ersten Rabatt) und einen Grund für eine kontinuierliche Nutzung von Groupify zu schaffen, haben wir die bestehende Version um eine zusätzliche Funktionalität ergänzt. Nutzerverhaltensforschung zufolge suchen Menschen beim Online-Shopping den Rat ihrer Freunde. Wir haben diese Erkenntnisse in unser Konzept integriert und eine Funktion entwickelt, mit der die Nutzer sich die Meinung ihrer Freunde zu möglichen Käufen einholen können. Um den Prozess einfach und zeitsparend zu halten, haben wir uns gegen einen Messenger entschieden. Stattdessen haben wir uns an die Bedürfnisse der Benutzer*innen gehalten und eine Oberfläche entwickelt, die durch die prozentuale Darstellung der Abstimmungsergebnisse einen klaren Überblick bietet. Dadurch ist Groupify mehr als eine Rabattplattform, sondern ermöglicht auch Meinungen auszutauschen und so das Online-Shopping-Erlebnis sozialer zu machen.

Gruppen verwalten

Da Groupify mit verschiedenen Online-Shops zusammenarbeitet, mussten wir einen Weg finden, wie Benutzer*innen einfach zwischen den Geschäften wechseln können. Daher haben wir ein Benutzerprofil als persönlichen Bereich für den Benutzer entwickelt, um seine Gruppen für verschiedene Geschäfte zu verwalten und weitere Geschäfte zu erkunden. Um sicherzustellen, dass dieses System gut mit Groupifys-Datenbank funktioniert, haben wir diesen Teil in enger Zusammenarbeit mit dem Team erstellt.

Fazit

Wir haben seit Beginn des Prozesses Interviews durchgeführt. Durch die Überprüfung unserer Ideen während des gesamten Prozesses und die Erstellung unserer Version auf der Grundlage der Benutzerbedürfnisse haben wir es geschafft, die erwarteten Ergebnisse um das 12-fache zu übertreffen. Wir haben bekannte Konzepte wie Spielmuster verwendet, um das „Groupify- Konzept“ greifbar zu machen und die Nutzer zu motivieren, es auszuprobieren.

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